Die Galle bleibt!

Vor etwas weniger als einem Jahr erwischte mich meine letzte Gallenkolik – unerwartet und heftig. Ich erzählte euch von meiner Entscheidung, eine operative Entfernung der Galle mitsamt Steinen aufgrund des damaligen Vollstillens abzuwarten. Ich habe meine Galle immer noch, aber nicht weil wir noch stillen.

Organentfernung – nein, Danke!

Vielleicht hatte ich mich letztes Frühjahr unterbewusst schon gegen die Entfernung der Gallenblase entschieden und das Aufschieben war eine eigentliche Entscheidung ohne empfundenen Entscheidungscharakter. In jedem Fall wuchsen in mir die Zweifel: Es fühlte sich für mich nicht gut an, ein Organ entfernt zu bekommen. Mein Körper müsste sich neu einstellen, allen voran die Leber, die dann beim Essen sofort gefragt wäre. Zumal meine Galle ja auch funktionstüchtig ist. Die Steine sind halt nur meine individuellen Gallenaccessoires. Explosiven Charakter können sie haben, wenn ich zu fett esse. Das habe ich seit fast einem Jahr nicht mehr gemacht, ohne dabei oft das Gefühl zu haben, mich einschränken zu müssen.

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Vollkornbun mit Wallnussbratling und Fritten vom Ofenblech selbst zubereitet und geschlemmt ohne Sorgen

Was ist die Alternative?

Ja, es ist eine Standard-OP in Deutschland. Aber warum eigentlich, ist es so alternativlos? Aus schulmedizinischer Sicht ja: Zertrümmerungen, Weglasern hilft kurzzeitig, da die Rekonvaleszenz hoch ist. Da geht man lieber auf Nummer sicher, da die Galle nicht überlebensnotwendig ist. Wenngleich mir ein Arzt auch sagte, dass sich in den Gallengängen auch nach der Entfernung noch Steine befinden könnten, die irgendwann eine Kolik auslösen könnten. Mhhhhhh.

Jeder Fall ist individuell und wenn Jemand für sein Empfinden zu häufig von Koliken heimgesucht wird, finde ich es absolut legitim, diesen Leidensdruck durch eine Entfernung im Idealfall komplett abzustellen.

Tickende Zeitbombe wird zu ernährungsbewussten Begleitern

Mein Weg ist das nicht, aber ich bin nun auch seit fast einem Jahr kolikfrei, wenngleich die Blase laut aktueller Sonographie immer noch ordentlich gefüllt ist. Das Gefühl der tickenden Zeitbombe wird immer kleiner. Es wird nie ganz weggehen, aber ich nehme es mehr und mehr an. Ich versuche die Steine stattdessen umzudeuten und als Unterstützung für meine gesündere Ernährung zu betrachten. Das fühlt sich für mich richtig an.

Ich weiß nicht ob mich die Steine bis an mein Lebensende begleiten werden. Jetzt jedenfalls dürfen sie es.

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