Ihr seid ja immer noch da…

Elf Wochen war unser Wurm alt, als wir mit ihm seine längste Autofahrt absolvierten: 100 Kilometer zu seinen Großeltern. Dort gab es an Ostern Lamm. Es war köstlich und zart. Nicht aber die Soße, von der ich reichlich aß. Offenbar war ich mir sicher, dass ich steinfrei war. Irgendwie naiv optimistisch.

Nicht schon wieder: Gallenkolik

Nachmittags wieder zu Hause angekommen machte ich ein paar Rückbildungsübungen. Kurz vorm Ende hatte ich plötzlich das Gefühl, schwer Luft zu bekommen. Thomas fragte gleich, ob es meine Galle sei. Ich verneinte, um zwei Minuten später zu bejahen. Da war er wieder, dieser Schmerz, der sich wie ein sich zusammenziehender Gürtel um den Brustkorb legt. Ich hatte eine Gallenkolik, eine richtig fiese und lange. Sie dauerte fast zwei Stunden bis mein Schmerzpegel aushaltbar war. Ich fühlte mich wie beim Veratmen von Wehen, was mir bei der Schmerzbewältigung in jedem Fall half. Ins Krankenhaus wollte ich nicht. Mit Baby war ich alles andere als heiß drauf. Und ich wusste ja, es ist schmerzhaft wie Sau, aber sterben würde ich daran nicht. Und so lag ich dann nachts im Bett. Auf der rechten Seite liegend schmerzte die Galle noch sehr, mein Sohn stillte sich. Und ich hatte die ungewollte Sicherheit, dass sich meine Gallensteine nicht durch die erneute Hormonumstellung nach der Geburt erledigt hatten. So schnell wir sie gekommen waren, wollten sie partout nicht gehen. Da war ich wohl zu optimistisch gewesen am Mittagstisch.

Raus damit!

Mein in der Schwangerschaft behandelnder Oberarzt empfahl mir bei ausbleibenden Schmerzen, drei Monate nach der Entbindung einen Gallenultraschall. Den Termin hatte ich schon, aber die Fettsoße an Ostern hat diesen kurzfristig überflüssig gemacht. Stattdessen hat mir mein Internist vor ein paar Tagen direkt eine Überweisung zum Chirurgen und eine Einweisung ins Krankenhaus mitgegeben. Seines Erachtens nach müsse die Gallenblase mitsamt Steinen raus. Denn ich hatte nun schon mehrere Koliken. Insgesamt vier seit einem halben Jahr.

OP trotz Stillen?

Ich stille voll und das soll sich nur ändern, wenn mein Sohn das will. Eine OP passt mir da so gar nicht. Die Galle als tickende Zeitbombe aber auch nicht. Abstillen müsste ich nach Rücksprache mit meiner Hebamme nicht. Mit entsprechenden Narkosemitteln, die auch Kaiserschnittmuttis erhalten, die ihr Baby anlegen können, sobald sie sich fit fühlen bzw. erwacht sind sollte es auf eine Stillpause von ein paar Stunden hinauslaufen. Dennoch ist ein Krankenhausaufenthalt mit Baby alles andere als erstrebenswert. Ich werde daher nach einem Vorgespräch mit dem Chirurgen entscheiden, wann ich eine OP anvisiere. Derzeit tendiere ich zu Abwarten und meinem variabel erprobtem fettfreien Essen – mindestens bis unser Wurm etwas älter ist. Der herbei gesehnte Grindhouse Burger in Berlin im Juni ist damit gestrichen. Gesundheit geht nun mal vor. Und Gott sei Dank gibts in Berlin genug leckeres Essen, das gallenfreundlich ist.

2 Kommentare zu „Ihr seid ja immer noch da…

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  1. Du Arme! Das ist ja gar nicht schön! Ich drück dir ganz doll die Daumen für die bevorstehende Entscheidung. Du könntest auch Muttermilch abpumpen, denn es könnte auch sein, dass euer Wurm nix anderes als deine Milch trinkt. Ist bei uns jedenfalls so. Auf jeden Fall wünsche ich dir gute Besserung!

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