Mein Wunschweg zu moderner Rollenverteilung in der Elternschaft

Heute möchte ich euch mal nicht von einem Wanderweg berichten, dafür aber von meinem Wunschweg in die Elternschaft.

Ich freue mich wirklich riesig auf unser erstes Kind, auf unser gemeinsames Bündel Leben und bin gespannt auf dessen Entwicklung. Ich weiß aber auch, dass es nicht immer ein Zuckerschlecken sein wird. Vor dem drohenden Schlafmangel graust es mir schon jetzt ein wenig. Viel entscheidender für mich ist jedoch, dass ich sehr viel, ja eigentlich fast ausnahmslos Mutter sein werde, sobald unser Kind geboren sein wird. Das wird eine Umstellung werden. Denn meine Rollenvielfalt wird schrumpfen. Ich werde keine Kollegin mehr sein, seltener Partnerin und Freundin, kaum meinen Hobbies nachgehen können. Ich werde Mutter und Hausfrau sein. Dafür werde ich wenigstens häufiger auch Fotografin unseres Wurms sein.

Schwarzmalerisch? Nein, einfach ambivalent.

Das liest sich irgendwie ganz schön negativ. Als ob ich mich nun doch nicht auf das Kind freuen würde. Das ist natürlich Quatsch! Kinder bekommen und erziehen wird eine wundervoll-unvergleichbare Erfahrung sein. Aber es wird nicht nur schön sein – wie so vieles im Leben. Es wird auch Energie kosten, viel Energie. Und Nerven. Geld natürlich auch. Und vor allem verändert sich insbesondere für Frauen das ganze Leben. Das lässt sich einfach nicht abstreiten. Wie so alles im Leben, wird auch das Familienleben ambivalent sein.

Ausschließlich Mutter? Nein danke!

Ich habe auf meiner Schwangerschaftsreise von bisher 21 Wochen festgestellt, dass ich mich auf das Mutter-Sein – vor allem aber auf die Zweisamkeit und Dreisamkeit mit Kind und Thomas – unheimlich freue. Für mich steht aber auch fest, dass ich nicht ausschließlich Mutter sein möchte, sondern auch das, was mich vorher ausgemacht hat – wenngleich natürlich in anderer Zusammensetzung und mit Abstrichen. Ich möchte beispielsweise zum Sport Gehen auch in der Stillzeit, was mit Abpumpen alles andere als unrealistisch ist. Oder das Babyschwimmen dem werdenden Vater überlassen und stattdessen Entspannen. Und auch später will nicht nur ich die Hausaufgaben bearbeiten oder zu Elternabenden gehen. Auch Eltern haben Bedürfnisse, die es zu berücksichtigen gilt, denn ohne glückliche Eltern gibt’s auch keine glücklichen Kinder, sondern sogar die depressiver Verstimmungen (Vgl. Susanne Mierau, Geborgen Wachsen. Wie Kinder glücklich groß werden, 3. Aufl., München 2016, S. 149f.).

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Ich bin gespannt darauf, inwiefern ich die theoretischen Fußstapfen meiner Vorstellungen als Mutter ausfüllen werde.

Meine Familie wird den höchsten Stellenwert haben, das möchte ich auch, aber es soll und wird auch noch andere Standbeine geben. In erster Linie möchte ich mich auch als Mutter nach meiner Elternzeit beruflich selbstverwirklichen können. Ich möchte nicht in die Teilzeit-Falle geraten, Doofi-Projekte machen und den geringen Erwerbsverdienst aus der Elternzeit mit erschreckend langfristigen Folgen weiter fortführen, was auch zu einer steigenden Abhängigkeit vom Partner führen würde.

Ich möchte des Weiteren nicht in die Haushalts- und Kinderbetreuungs-Falle geraten, die laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) größer wird je länger die Elternzeit dauert. Es ist immer noch weit verbreitet, dass Mütter eine Mehrbelastung von Job, Kind und Haushalt tragen und damit mehr als ein Vollzeitjob haben, aber dennoch weniger Lohn erhalten – unabhängig von nachwievor  geringeren Löhnen für Frauen als für Männer. Ich möchte zumindest eine massiv unfaire Verteilung von Hausarbeit und Kinderbetreuung nicht zulassen. Eine Annäherung an sowas wie Gleichberechtigung von Mann und Frau möchte ich auch mit eigenem Kind umgesetzt wissen.

Ängste = Fakten: Unbedingt kommunizieren!

Diese ganzen berechtigten Ängste, sind letztlich traurige Fakten und damit mehr als nur begründet. Ich empfehle euch, diese Ängste/Fakten eurem/r Partner/in zu kommunizieren und mit Wünschen zu versehen. Du brauchst dich nicht dafür rechtfertigen, dass du dich nicht immer zu 100% aufopfern möchtest. Es wäre ohnehin Gift für eine ausgewogene Beziehung beider oder mehrerer Bezugspersonen des Kindes. Der Vater und/oder die Partnerin haben Anspruch auf Zeit mit dem Kind, so wie ich, wie du, wie alle Mütter Anspruch auf Zeit für sich und für ihre/n Partner/in, auf Zeit für ihre Freunde sowie ihre Hobbies haben.

Ein ehemaliger Kollege benannte mir einmal sein Geheimrezept fürs Glücklich sein als Elternteil: Er sprach von seinem eigenen „5-Parteiensystem“: Zeit für sich, Zeit für die Freunde, Zeit für das/die Kind/er, Zeit für den/die Partner/in und Zeit mit der ganzen Familie. So wie in einem Parteiensystem auch, variiert die Größe der Parteien und damit die Zusammensetzung aller Parteien. Wichtig ist, diese je nach den eigenen Bedürfnissen auszutarieren – ganz ohne auf die nächste Wahl warten zu müssen 😉

Ort Mein inneres Selbst
Höhenmeter unbestimmt
Wegbeschaffenheit steinig, aber zu bewältigen
Schuhwerk je nach Beschaffenheit des Wegabschnitts 😉
Familientauglichkeit für Schwangere und für Familien

2 Kommentare zu „Mein Wunschweg zu moderner Rollenverteilung in der Elternschaft

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  1. Ich wünsche dir alles Gute für deine Zeit mit Kind und das möglichst viele, nein alle! deine Vorhaben in Erfüllung gehen mögen. Es ist sehr gut Ängste und Wünsche vorher als Paar zu besprechen. Und auch nachher mit Baby sollte man das noch einmal tun, wenn man von einer „Vorstellung“ in der „Realität“ angekommen ist 🙂

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